Wasserversorgung

ENCW WasserversorgungEine Aufgabe der Energie Calw GmbH ist die Versorgung der über 23.000 Bürger/innen von Calw mit qualitativ gutem Trinkwasser in ausreichender Menge und zu einem günstigen Preis. Dieser wichtigen Aufgabe wurde das Unternehmen in den letzten Jahrzehnten in vollem Umfang gerecht.
Im topographisch recht schwierigen Versorgungsgebiet konnte die Belieferung der Kunden mit dem wichtigsten Lebensmittel Trinkwasser gut und weitestgehend störungsfrei durchgeführt werden.
In Calw steht das Trinkwasser stets in ausreichender Menge ohne Einschränkungen zur Verfügung. Es ist von guter Qualität und entspricht in allen Teilen den Anforderungen der Trinkwasser-Verordnung. Im Jahr 2015 betrug die Trinkwasserabgabe in Calw 1.098.306 m³. Das Trinkwasser wird zu 100% von den Stadtwerken Calw bezogen, welche wiederum dies zu rd. 84 % aus Eigengewinnungsanlagen gewinnen und zu rd. 16 % als Fremdwasser von verschiedenen Zweckverbänden einkaufen. Die von uns laufend durchgeführten chemischen und mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchungen bestätigen uns, dass unser Trinkwasser einwandfrei ist. Es ist hygienisch sauber, es entspricht den geltenden Vorschriften und Richtlinien, die Grenzwerte der Inhaltsstoffe werden weit unterschritten, es kann also ohne Bedenken mit Genuss als das verwendet werden, was es aufgrund seiner Wasserqualität ist, nämlich als Trinkwasser.

WASSERVERSORGUNG IN DEN CALWER STADTTEILEN

Stadtteile Calw
Die Innenstadt Calw, Heumaden und Wimberg werden mit Eigenwasser aus dem Wasserwerk Schleiftal, mit seinen Brunnen im Nagoldtal versorgt. Der Stadtteil Alzenberg wird mit Trinkwasser, das die Energie Calw GmbH vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung beziehen, versorgt.

Altburg
Altburg mit Speßhardt, Spindlershof, Oberriedt und Weltenschwann wird ebenfalls mit Trinkwasser, das die Energie Calw GmbH vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung bezieht, versorgt.

Hirsau
Hirsau und Ernstmühl werden mit Eigenwasser aus dem Wasserwerk Hirsau, welches sich im Schweinbachtal befindet, versorgt. Das Grundwasser der zwei Quellen und des Tiefbrunnens im Schweinbachtal wird im Wasserwerk aufbereitet. Die Siedlung Bleiche wird über eine rd. 1,3 km lange Anschlussleitung mit Trinkwasser, das wir vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung beziehen, versorgt.

Holzbronn
Holzbronn wird mit Trinkwasser versorgt, das die Energie Calw GmbH vom ZV Buchenwasser beziehen. Hier handelt es sich um ein Mischwasser aus Eigenwasser des ZV Buchenwasserversorgung und Wasser vom ZV Bodenseewasserversorgung. Die ENCW übernimmt das Trinkwasser vom Zweckverband Buchenwasser im Hochbehälter Holzbronn. Die Siedlung Talmühle wird mit Trinkwasser versorgt, das wir vom Zweckverband Neubulach beziehen.

Stammheim
In Stammheim werden in den einzelnen Versorgungszonen unterschiedliche Wasser verteilt.

  • Hochzone: 40% Eigenwasser aus dem Wasserwerk Schleiftal und 60% Fremdwasser vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung
  • Mittelzone: Eigenwasser aus dem Wasserwerk Schleiftal
  • Niederzone: Eigenwasser aus dem Wasserwerk Schleiftal

WASSERQUALITÄT

Härte und Zusatzstoffe für die Aufbereitung des Calwer Trinkwasser 2016

Die Waschmittelindustrie ist nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln verpflichtet, bei phosphathaltigen Produkten abgestufte Dosierungsempfehlungen für die Wasserhärtebereiche 1 bis 3 anzugeben und diese auf den Verpackungen deutlich sichtbar aufzudrucken.

Die Energie Calw GmbH gibt daher jährlich den Kunden die Wasserhärte und zur allgemeinen Information auch den Nitratgehalt des Trinkwassers sowie die Zusatzstoffe zur Aufbereitung des Trinkwassers bekannt.

Nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln vom 29.4.2007 wurden die Härtebereiche neu gegliedert:

  • Härtebereich weich: weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 °dH)
  • Härtebereich mittel: 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 °dH bis 14 °dH)
  • Härtebereich hart: mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht mehr als 14 °dH)

Diese 3 neuen Bereiche haben die alten 4 Bereiche abgelöst.

In der Trinkwasserverordnung ist der Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter festgesetzt.
Das im Stadtgebiet Calw verteilte Trinkwasser liegt nach den aktuellen Untersuchungsergebnissen weit unter dem genannten Grenzwert, wie aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich ist:

Versorgungs-Zonen Härte-Bereich Millimol Calcium-carbonat je Liter Vorliegende Härte °d.H Nitrat mg/l Zusatzstoffe gem. Aufstellung
Altburg weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Alzenberg mittel 0,50 2,90 2,10 2+3
Calw mittel 1,70 9,50 14,00 2+3+6
Ernstmühl weich 0,89 5,00 9,80 1+5
IKG Würzbacher Kreuz weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Heumaden mittel 1,70 9,50 14,00 2+3+6
Hirsau weich 0,89 5,00 9,80 1+5
Holzbronn ohne Talmühle mittel 2,39 13,40 7,30 3
Holzbronn Talmühle weich 0,53 3,00 3,80 1
Oberriedt weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Speßhardt weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Spindlershof weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Station Teinach & Waldecker Hof weich 0,53 3,00 3,80 1
Versorgungs-Zonen Härte-Bereich Millimol Calcium-carbonat je Liter Vorliegende Härte
°d.H
Nitrat mg/l Zusatzstoffe gem. Aufstellung
Stammheim
Finkenweg, nördl. Falkenstr. bis Gänsäckerstr., Osterhalde
mittel 1,65 9,20 8,10 1+2+3+6
Stammheim
Außer dem Teil nördlich der Gänsäckerstr. sowie Station Teinach und Waldecker Hof
mittel 1,70 9,50 14,00 2+3+6
Weltenschwann weich 0,50 2,90 2,10 2+3
Wimberg mittel 1,70 9,50 14,00 2+3+6

Bei der Aufbereitung des Trinkwassers werden folgende Zusatzstoffe gemäß § 11 Abs. 1 und 2 der Trinkwasserversorgung verwendet und sind in der letzten Spalte der Aufstellung vermerkt:

  1. Chlor
  2. Ozon
  3. Chlordioxid
  4. Halbgebrannter Dolomit
  5. Calciumcarbonat
  6. Eisen-III-Chlorid (nur bei Bedarf)

Vergleich der neuen und der alten Härtebereiche

Neu Alt
Härtebereich Millimol
Calciumcarbonat
je Liter
Vorliegende
Härte °d.H
Härtebereich Millimol
Calciumcarbonat
je Liter
Vorliegende
Härte °d.H
weich bis 1,5 bis 8,4 1 bis 1,3 bis 7
mittel 1,5 – 2,5 8,4 – 14 2 1,3 – 2,5 7 – 14
hart mehr als 2,5 mehr als 14 3 2,5 – 3,8 14 – 21
4 über 3,8 über 21

Zu weiteren Auskünften stehen wir Ihnen gerne persönlich in unserem Verwaltungsgebäude oder telefonisch unter der Rufnummer 07051 1300-450 zur Verfügung.

Wichtiger Hinweis:
Gemäß der Trinkwasserverordnung „W551“ müssen die Warmwasseranlagen auf Legionellen untersucht werden. Dies hat durch den Hauseigentümer zu erfolgen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie über die Gesundheitsbehörde beim Landratsamt Calw unter Tel. Nr. 07051 160 931.

Energie Calw GmbH

PREISE / GEBÜHREN

Leistung Abrechnung Netto + MwSt. Endpreis
Grundpreis monatlich 4,67 EUR + 7% 5,00 EUR
Grundpreis jährlich 56,08 EUR + 7% 60,00 EUR
Wasser* 2,88 EUR + 7% 3,08 EUR
Abwasser** 2,60 EUR
Zwischensumme 5,68 EUR
Niederschlagswasser*** 0,47 EUR

* Wasserpreise der Energie Calw GmbH, Preisstand Januar 2016
** Abwassergebühr der Stadt Calw, Gebührenstand Januar 2015
*** Niederschlagswasser der Stadt Calw, Gebührenstand Januar 2015

WISSENSWERTES

In der Wasserversorgung ist die stürmische Entwicklung der späten 60er und frühen 70er Jahre abgeflacht. Durch neue Wasser sparende Maschinen und Geräte und die stark zurückgegangene Neubautätigkeit stagniert derzeit der Wasserverbrauch.

Der spezifische Wasserverbrauch liegt allgemein bei rund 120 Litern pro Einwohner und Tag. Er wird sich durch weitere Wasser sparende Maßnahmen eher rückwärts entwickeln. Man muss jedoch bedenken, dass in langen Trockenperioden der Wasserbedarf steigt und diese Belastungsspitze ebenfalls mit den vorhandenen Versorgungseinrichtungen bewältigt werden muss.

Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass ihnen jederzeit ausreichend Trinkwasser für ihren persönlichen, gewerblichen und sonstigen Bedarf zur Verfügung steht. Wir erstellen und betreiben die Trinkwasserversorgungsanlagen, damit dieser Anspruch befriedigt werden kann und jederzeit Wasser in der gewünschten Menge und mit ausreichendem Druck zur Verfügung steht.

Durch dezentrale Wassergewinnung aus verschiedenen Wasserversorgungsgebieten und zusätzliche Fremdwasserbezugsmöglichkeiten steht die Calwer Trinkwasserversorgung auf mehreren Beinen. Netzverbände gewährleisten betriebliche Flexibilität und zusätzliche Versorgungssicherheit.

Größere Ausfälle in der Trinkwasserversorgung sind in den letzten Jahren nicht zu verzeichnen gewesen. Bei Rohrschäden im Trinkwasserversorgungsnetz, wir haben derzeit jährlich 60 bis 70 Rohrschäden, sind in der Regel nur wenige Kunden betroffen. Unsere Mitarbeiter sind bemüht, soweit wie möglich eine Notversorgung aufrecht zu erhalten, bis der Fehler von unserem Fachpersonal geortet und beseitigt ist.

Die Ursachen für Rohrschäden sind vielfältig. Rohrbrüche an Versorgungsleitungen aus Gusseisen sind meistens auf Bodenbewegung, z. B. nach Frostperioden oder durch Verkehrsbelastungen zurückzuführen; dabei brechen kleinere Gussleitungen eher als Leitungen mit großem Durchmesser. Leitungen aus Stahl brechen nicht; sind jedoch unter bestimmten Bedingungen korrosionsgefährdet. Schäden an Kunststoffleitungen sind in der Regel auf mechanische Langzeitbelastung in Verbindung mit der Werkstoffalterung zurückzuführen.

REGENWASSERNUTZUNG

Einerseits – Regenwassernutzung macht ökologisch Sinn! Andererseits – Regenwasser, oder besser gesagt Dachablaufwasser, ist meistens erheblich mikrobiologisch belastet.
Seine Verwendung im häuslichen Bereich setzt auch die Installation eines zweiten Leitungssystems zur Wasserverteilung voraus. Dies birgt leider die Gefahr der Verwechslung bei der Installation und bei der Benutzung. Kommt es zu einem irrtümlichen Zusammenschluss des Trinkwassersystems mit dem Brauchwassersystem oder wird Regenwasser irrtümlich, z. B. von Kindern, als Trinkwasser verwendet, so ist mit erheblichen Gesundheitsgefahren zu rechnen. Wir verweisen auch darauf, dass zur Verwendung von Regenwasser im häuslichen Bereich kritische Stellungnahmen des Bundesgesundheitsamts und der staatlichen Gesundheitsämter vorliegen.

  • Gartenwasserzapfhähne müssen mit abnehmbaren Drehgriffen ausgerüstet sein, damit keine zweckfremde Nutzung mit daraus resultierender Gesundheitsgefährdung möglich ist (Kindersicherung). Zusätzlich ist ein Schild „Kein Trinkwasser“ anzubringen.
  • Für den Bau und Betrieb von Regenwassernutzungsanlagen, die bei Bedarf mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz nachgespeist werden sollen, gelten zusätzlich folgende Bedingungen:
    a. Einhaltung der Anforderungen der DIN 1988: Regenwasser ist Nichttrinkwasser und nach DIN 1988, Teil 4, Abschn. 4.5 der Klasse 5 „Gefährdung der Gesundheit durch Erreger übertragbarer Krankheiten“ zuzuordnen. DIN 1988 legt fest, dass eine unmittelbare Verbindung von Nichttrinkwasseranlagen mit Trinkwasseranlagen nicht zulässig ist.
    b. Die Trinkwassernachspeisung muss sichtbar und oberhalb der Rückstauebene erfolgen.
    c. Sämtliche Installationsarbeiten für die Nachspeisung durch Trinkwasser dürfen nur durch ein Installationsunternehmen ausgeführt werden, das in das Installateurverzeichnis eines Versorgungsunternehmens eingetragen ist. Die Durchführung dieser Arbeiten ist der Energie Calw GmbH schriftlich anzuzeigen.
  • Ein Schild mit der Aufschrift „Regenwasseranlage ist installiert“ muss angebracht werden (z.B. Hausanschlussraum). Die Regenwasserleitung muss als „Nichttrinkwasser“ verwechselungsfrei gekennzeichnet sein (bei Lebensmittelbetrieben zusätzlich farblich unterschiedlich zu anderen Versorgungssystemen).
  • Es wird darauf hingewiesen, dass weiterhin eine Genehmigung der Stadtentwässerung Calw erforderlich ist (auch in Hinblick auf eine evtl. spätere Erhebung von Abwassergebühren).
  • Sollten Sie an näheren Informationen zur hygienischen Seite der Angelegenheit interessiert sein, so empfehlen wir Ihnen, sich an das Landratsamt Calw, öffentlicher Gesundheitsdienst zu wenden.
  • Wir empfehlen Ihnen, Wassermesserbügel für eventuell später einzubauende Wassermesser vorzusehen (zur Messung der Gesamteinspeisemenge in das häusliche Regenwassernetz einerseits und zur Messung der Nachspeisemenge aus dem öffentlichen Trinkwassernetz (vgl. Pkt. 4) andererseits.

Leitungswasser ist ein kostbares Gut und wird streng kontrolliert. Um die Qualität des Trinkwassers zu verbessern, ist seit November 2011 die novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Kraft. Da diese an einigen Punkten nicht praktikabel war, wurde sie im Dezember 2012 erneut geändert. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Trinkwasserverordnung zusammengefasst: http://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/verbraucherschutz/lebensmittel-und-produktsicherheit/trinkwasserkontrolle/trinkwasserverordnung

Rechtliche Grundlagen

Download PDF AVB Wasser Download PDF Ergänzende Bedingungen

Anschluss
Alle Informationen zur Erstellung des Wasseranschlusses erhalten Sie in unserer Bauherrenmappe.

Tipps
Im untenstehenden Dokument erhalten Sie Tipps rund um die gesundheitlichen Aspekte der Trinkwasserinstallation:

Download PDF Trinkwasser aus dem Hahn